Die Sieben Heiligen von Marrakesch: Pilgerweg, Gräber und was man besichtigen kann
Die Sieben Heiligen (Sebaatou Rijal) sind sieben Gelehrte und Sufi-Meister, deren über Medina und Stadttore verteilte Gräber einen siebentägigen Pilgerweg bilden, die Ziyara, die Ende des 17. Jahrhunderts vom alawitischen Sultan Moulay Ismail eingeführt wurde. Die meisten dieser Männer hatten nicht in Marrakesch gelebt: Ihre Gebeine wurden dorthin überführt, um die Stadt zum Wallfahrtsort zu machen. Jedes Grab liegt in einer Zawiya, einem Schrein, der weiterhin ein aktiver Ort der Andacht ist. Für Reisende ist das vor allem ein Schlüssel zum Verständnis der Stadt: Die Namen dieser Heiligen begegnen einem überall, von der Universität Cadi Ayyad bis zu den Medinatoren. Nichtmuslime dürfen die Mausoleen in der Regel nicht betreten, aber man kann bei einem Spaziergang an mehreren vorbeigehen.
Highlights

Sidi Bel Abbès, der Schutzheilige
Der 1204 gestorbene Abu al-Abbas as-Sabti ist der meistverehrte der sieben und der Schutzheilige der Stadt. Seine Zawiya im Norden der Medina ist die einzige, deren Hof sich leicht besuchen lässt: siehe unseren Eintrag Zawiya Sidi Bel Abbès.

Das grüne Dach des Mausoleums
Die Grabkammer von Sidi Bel Abbès mit ihren grünen Ziegeln ist von weitem über den Dächern der Medina zu erkennen und dient im Norden als Orientierungspunkt.
Die sieben Heiligen und ihre Gräber
In der Reihenfolge des Pilgerwegs: Sidi Youssef ben Ali (gestorben 1196), außerhalb von Bab Aghmat im Südosten; Cadi Ayyad (1149), nahe Bab Aylan im Westen; Sidi Bel Abbès (1204), im Norden der Medina; Sidi Ben Slimane al-Jazouli (1465), südlich der vorigen Zawiya; Sidi Abdelaziz at-Tebaa (1508), nahe der Mouassine-Moschee; Sidi Abdallah al-Ghazouani (1528), nordwestlich von Jemaa el-Fna; und Sidi es-Souhaili (1185), auf dem Friedhof nahe Bab Er-Rob im Südwesten. Die Quellen geben diese Namen manchmal in unterschiedlicher Umschrift wieder.
Der Pilgerweg heute
Die Ziyara dauert sieben Tage, von Dienstag bis Montag, und führt in einem Kreis um die Stadt. Sie wird weniger befolgt als früher, aber die Gräber bleiben Orte des täglichen Gebets. 2005 wurde nahe Bab Doukkala ein Gedenkmonument errichtet.
Praktische Infos
Tipps
Zawiyas sind Kultstätten: Schultern und Knie bedecken, leise sprechen, keine Gläubigen fotografieren. Der Zugang zu den Mausoleen ist Muslimen vorbehalten; erwarten Sie keine Kasse und keine Besuchszeiten, und folgen Sie keinem Fremden, der anbietet, Ihnen eine Tür zu „öffnen“. Es gibt keine Eintrittspreise: Der Zugang zu den Außenhöfen ist, wo vorhanden, kostenlos (im Oktober 2026 bei Sidi Bel Abbès festgestellt). Alles Weitere erfragen Sie bei Ihrer Unterkunft. Verbinden Sie die Orte mit einem Spaziergang, statt sie einzeln zu suchen: Die Zawiya von Sidi Abdelaziz liegt nahe dem Musée de Mouassine, die von Sidi Bel Abbès im Norden der Medina.
Anfahrt
Die Gräber sind über die Medina und ihre Tore verteilt. Zu Fuß von Jemaa el-Fna: etwa 25 Minuten bis Sidi Bel Abbès durch die Souks; Sidi Abdelaziz und Sidi Abdallah al-Ghazouani sind rund zehn Minuten vom Platz entfernt. Cadi Ayyad, Sidi Youssef ben Ali und Sidi es-Souhaili liegen nahe den Stadttoren: nehmen Sie ein Petit Taxi. Lesen Sie auch Moscheen und Kultstätten in Marrakesch.
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